Paartherapie


Bei immer wiederkehrenden Problemen in der Beziehung kann eine Paartherapie (oder eine Paarberatung) durch die „neutrale Vermittlung” des Therapeuten eine große Erleichterung bringen. Hierbei ist es empfehlenswert, nicht zu spät damit zu beginnen. Wenn immer die gleichen Konflikte schon über viele Jahre oder sogar Jahrzehnte gehen, hat sich schon vieles sehr stark verfestigt bzw. die Resignation ist nur noch schwer zu überwinden.

Es gibt unendlich viele Formen einer befriedigenden Partnerschaft und unendliche viele unbefriedigende. Es ist möglich, jede Form von Beziehung schlechter und schlimmer zu machen, als sie vielleicht ohnehin schon ist. Das lässt hoffen: denn dann kann man auch etwas für den Erhalt und für die Verbesserung der Beziehung tun. Nur eines kann man nicht: nicht kommunizieren! Wenn man in einer Beziehung ist, hat man nur die Wahl, die Beziehung ganz zu beenden, oder sie mehr oder weniger gut, bzw. schlecht zu gestalten - je nach der Qualität der Kommunikation. Was im Anderen bekämpft wird, ist oft auch in einem selbst schwer zu ertragen. Ein wichtiger Punkt dabei ist: Warum reagieren wir auf bestimmte Eigenarten des Partners wie auf ein „rotes Tuch”. Dies hat zwar natürlich auch mit dem Partner zu tun, oft aber auch viel mit früheren frustrierenden oder verletzenden Erfahrungen aus zurückliegenden Beziehungen.

In diesem Zusammenhang ist u.a. hilfreich, die Beziehungsgestaltung in der Ursprungsfamilie zu reflektieren. Wenn die Kommunikation wieder befriedigend ist, kann das Paar die Lösungen für die Konflikte leichter aus sich heraus finden.



Häufige Problembereiche in einer Partnerschaft:


Wenn der eine Partner Nähe sucht, braucht der andere Distanz und umgekehrt.
Der eine ist immer in der abhängigen, bedürftigen, der andere in der unabhängigen, gebenden Position. Was geschieht, wenn der Abhängige auch einmal unabhängig sein will, was, wenn der Starke sich einmal anlehnen möchte?
Der eine möchte häufiger Sex, der andere mehr Zärtlichkeit und Gespräch.
Der eine möchte die Kinder streng, der andere frei erziehen. Beide spielen mit dem Gedanken an eine Trennung. Vorher möchte man aber die Situation überprüfen, ob nicht doch noch Chancen für ein befriedigendes Zusammenleben vorhanden sind.


Therapeutisches Vorgehen in der Paartherapie:


Diagnostik der Partnerschaftssituation
Ermittlung der Ressourcen der Partnerschaft
Klärung der Gefühle durch nichtwertende Gespräche
Klärung der unbewussten Phantasien
Übungen zur Verbesserung des Kommunikationsstils
Veränderung von Interaktionsregeln
Veränderung des Alltags durch Einführen hilfreicher oder lustvoller Rituale


Voraussetzung für eine Paartherapie

Eine Paartherapie kann nur dann erfolgversprechend sein, wenn beide Partner sich darauf einlassen wollen!

Dauer der Paartherapie
Nach Vereinbarung in der Regel 50- bis 90-minütige Gespräche, anfangs aller ein bis zwei Wochen, später niederfrequenter und oft solange der finanzielle Aufwand sich lohnt. Denn hierbei geht es nicht immer um einen therapeutischen Prozess, wie bei der Behandlung einer Krankheit, sondern eher um das Bemühen um einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

Kosten der Paartherapie
Eine Paartherapie wird von den Krankenkassen nicht als Versicherungsleistung anerkannt. Deshalb sind die Kosten vom Paar selbst zu tragen. Die Abrechnung erfolgt nach der Gebührenordnung für Psychologische Psychotherapeuten GOP






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