Ihr Weg zur Psychotherapie


Wie können Sie die für Sie "richtige" Psychotherapie finden?

Auf dieser Seite möchte ich Ihnen einige Hinweise geben, wie Sie einen Psychotherapeuten finden können und was es dabei zu beachten gilt.

Durchschnittlich vergehen acht Jahre vom ersten Auftreten einer krankheitswertigen psychischen, psychosomatischen oder funktionellen Symptomatik bis zum Beginn einer Psychotherapie. Viele Betroffene hoffen natürlich zunächst, dass "das allein weggeht". Manche versuchen, die Situation selbst zu bewältigen und/oder zu verändern. Meist wird sich aber auch auf die traditionelle (organ-)medizinische bzw. medikamentöse Behandlung verlassen. Oft geht der Weg dann über Spezialisten und Uni-Kliniken oder alternative Behandlungen, ehe jemand in Betracht zieht, einen Psychotherapeuten aufzusuchen. Dabei könnte die psychologische Diagnostik schon parallel zur medizinischen Diagnostik erfolgen. Frühzeitig könnten somit andere Behandlungswege beschritten und eine Chronifizierung vermieden werden.

Wenn Sie sich entschieden haben (oder vom Hausarzt, von Familenangehörigen, Freunden oder Kollegen aufgefordert / motiviert wurden), einen Psychotherapeuten aufzusuchen, erfahren Sie meist, dass zurzeit kein Therapieplatz frei sei.

Doch es gibt immer Möglichkeiten, die für sich "richtige" psychotherapeutische Behandlung zeitnah zu realisieren.

Zunächst sollten die folgenden Voraussetzungen gegeben sein:

Es muss eine krankheitswertige Symptomatik/Störung vorliegen, unter der Sie leiden (Leidensdruck).
Es müssen das Bedürfnis und der Wille vorhanden sein, etwas zu verändern (Veränderungsmotivation).
Es muss die Möglichkeit existieren, dass Veränderungen realisiert werden können (Veränderungsrealität).

Sie sollten weiterhin überlegen, ob Sie die Psychotherapie bei einer Psychotherapeutin oder einem Psychotherapeuten machen möchten. Meist spielt das Geschlecht des Therapeuten für den Erfolg der Therapie keine Rolle. Mitunter kann es aber für den Patienten oder für bestimmte, meist geschlechtsspezifische Probleme relevant sein.

Wenn Sie nun einen Psychotherapeuten suchen, sollten Sie sich zunächst im Bekannten- oder Freundeskreis erkundigen, ob Ihnen jemand aus eigenen Erfahrungen einen Therapeuten empfehlen kann. Dadurch können Sie schon erste Informationen über den Therapeuten und dessen Arbeitsweise erhalten.

Zurzeit werden in Deutschland drei wissenschaftlich fundierte Psychotherapiemethoden von den Krankenkassen anerkannt und finanziert:

Psychoanalyse,
Verhaltenstherapie,
Tiefenpsychologisch fundierte Psychotherapie.

Jedes dieser drei Verfahren hat seine spezifischen Vorteile und Grenzen. Deshalb sollte grundsätzlich gefragt werden, bei welchem Patienten mit welcher Störung zu welcher Zeit bei welchem Therapeuten mit welchem Verfahren therapiert werden sollte.

Bei der konkreten Suche nach einem Psychotherapeuten verwirren mitunter die unterschiedlichen Einträge und Bezeichnungen in Branchentelefonbüchern
(siehe auch "Wer ist wer?").

Eine meist aktuelle und vollständige Liste der von den Krankenkassen anerkannten Psychotherapeuten findet sich auf den Homepages der Kassenärztlichen Vereinigungen der Bundesländer (z.B. Niedersachsen und Sachsen-Anhalt). Für die norddeutschen Bundesländer hat die Arbeitsgemeinschaft "PSYCH-INFO" der Psychotherapeutenkammern Berlin, Bremen, Hamburg, Niedersachsen, Saarland und Schleswig-Holstein eine Suchseite eingerichtet. Auf der Homepage der Psychotherapeutenkammer Niedersachsen finden sich unter "Ratsuchende" weitere Informationen zu Psychotherapie und Therapeutensuche.

Viele Psychotherapeuten arbeiten mit einer so genannten "Warteliste", auf der Sie sich eintragen lassen können.

Nach der neuen Psychotherapie-Richtlinie ist es seit dem 01.04.2018 verpflichtend, zunächst einen Termin in einer "Psychotherapeutischen Sprechstunde" (mindestens 50 Minuten, maximal 150 Minuten) wahrzunehmen. Während dieser Sprechstunde soll geklärt werden, welche Behandlungs- oder auch Beratungsform bei Ihrer Symptomatik und/oder Problematik sinnvoll ist. Ein Termin zur Psychotherapeutischen Sprechstunde ist in der Regel noch keine Zusage für einen ambulanten Psychotherapieplatz.
Bitte lesen Sie die Patienteninformation PTV10.

Sollten Sie zeitnah keinen ambulant tätigen Psychotherapeuten finden, haben Sie je nach Stärke der Störung, unter der Sie leiden, die Möglichkeit, sich in eine tagesklinische oder stationäre psychotherapeutische Behandlung zu begeben.





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